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<title>Austrian Labor Committee</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Austrian Labor Committee</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p>Das <b>Austrian Labor Committee</b> (ALC) wurde Ende März 1942 unter der Führung von <a href="Friedrich_Adler_(Politiker)" title="Friedrich Adler (Politiker)">Friedrich Adler</a> ins Leben gerufen, um nach der Auflösung der <a href="Auslandsvertretung_der_%C3%B6sterreichischen_Sozialisten" title="Auslandsvertretung der österreichischen Sozialisten">Auslandsvertretung der österreichischen Sozialisten</a> (AVOES) und dem <a href="Eintritt_der_Vereinigten_Staaten_in_den_Zweiten_Weltkrieg" title="Eintritt der Vereinigten Staaten in den Zweiten Weltkrieg">Kriegseintritt der USA</a> die Interessen der österreichischen Sozialisten in den USA zu vertreten. Aufgrund der Teilnahme von Friedrich Adler wurde es darüber hinaus auch weiterhin als Vertretung aller österreichischen Sozialisten rezipiert.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Geschichte">Geschichte</h2></div>
<p>Grundsätzlich wollte Friedrich Adler nach der Auflösung der AVOES keine neue Organisation gründen, musste sich jedoch aufgrund des Druckes der AVOES-Mitglieder und der Basis dazu entschließen. Die Bedeutung des ALC als Interessensvertretung der österreichischen Sozialisten stieg mit dem Kriegseintritt der Vereinigten Staaten enorm, da sich der Status der Österreicher als Angehörige eines Feindstaates (<i>Enemy Aliens</i>) generell zu verschlechtern drohte und die USA nunmehr aktiver als bisher in die Exilpolitik eingriff. Durch die Mitwirkung von Friedrich Adler, dem Sekretär der II. Internationale, erhielt das ALC den Status einer Nachfolgeorganisation der AVOES. Zum engeren Ausschuss gehörten zunächst neben Friedrich Adler (Vorsitzender) die Funktionäre Ernst Papanek, Julius Deutsch, <a href="Manfred_Ackermann_(Politiker)" title="Manfred Ackermann (Politiker)">Manfred Ackermann</a>, Karl Heinz Sailer und Wieser an. Im erweiterten Ausschuss waren außer dem in New York ansässigen Wilhelm Ellenbogen nur ehemalige SVAP-Funktionäre aus anderen US-Bundesstaaten vertreten: <a href="Hugo_Breitner" title="Hugo Breitner">Hugo Breitner</a>, <a href="Carl_Furtm%C3%BCller" title="Carl Furtmüller">Carl Furtmüller</a>, <a href="Jacques_Hannak" title="Jacques Hannak">Jacques Hannak</a>, <a href="Karl_Heinz_(Politiker)" title="Karl Heinz (Politiker)">Karl Heinz</a>, Berthold König und Ernst Winkler.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Gemäß den von Adler entscheidend geprägten Statuten der Organisation war deren Hauptziel weiterhin die Verhinderung der Bildung von repräsentativen österreichischen Auslandsvertretungen bzw. einer Exilregierung, da Adler der österreichischen Bevölkerung vor Ort das Recht sichern wollte über ihr Schicksal nach Hitler selbst zu entscheiden. In diesem Sinne war das ALC in der Folge maßgeblich an der Verhinderung der Formierung einer österreichischen Exilregierung unter <a href="Willibald_Pl%C3%B6chl" title="Willibald Plöchl">Willibald Plöchl</a> und <a href="Hans_Rott_(Politiker)" title="Hans Rott (Politiker)">Hans Rott</a> sowie eines Österreich-Bataillons unter US-Flagge beteiligt, das einer Initiative von <a href="Otto_Habsburg" class="mw-redirect" title="Otto Habsburg">Otto Habsburg</a> entsprang.
</p><p>Die <a href="Moskauer_Deklaration" title="Moskauer Deklaration">Moskauer Deklaration</a>, die ein „freies und unabhängiges“ Österreich als alliiertes Kriegsziel festlegte, wurde vom österreichischen Exil begeistert aufgenommen, nicht jedoch von der Führung des ALC. Für Adler bedeutete jedoch das Ende der Selbstbestimmung der Österreicher auch das endgültige Scheitern seiner von ihm geprägten Exilpolitik. Im offiziellen Organ des ALC, den <i>Austrian Labor Information</i> (A.L.I.) brachte Adler dies in einem Beitrag mit dem Titel „Die Legende vom glücklichen Österreich“ zum Ausdruck.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Dort bezeichnete er das Memorandum als „Diktat“, das „nicht der Anerkennung der Gleichberechtigung aller Völker“ entspräche. Dieser Artikel rief heftige Kritik hervor, die teilweise auch aus den eigenen Reihen kam. Adler war nun entschlossen diese Gelegenheit wahrzunehmen, nun endgültig alle Funktionen zurücklegen.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Nur mir Mühe konnte er davon abgehalten werden dies in der geplanten plakativen Form zu tun. Auf Ersuchen der neuen Führungsmannschaft unter Otto Leichter nahm Adler in der Folge auch weiterhin an den Sitzungen des ALC teil. Dies führte dazu, dass Adler in strittigen Fragen weiterhin wie ein Vorsitzender eingriff,<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> eine Änderung der Politik des sozialdemokratischen Exils daher nicht erfolgen konnte.
</p><p>Die wichtigsten Funktionäre des ALC neben Friedrich Adler waren <a href="Otto_Leichter" title="Otto Leichter">Otto Leichter</a> und <a href="Wilhelm_Ellenbogen" title="Wilhelm Ellenbogen">Wilhelm Ellenbogen</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Adlerarchiv des International Institute of Social History in Amsterdam (IISG)</li>
<li>RS-Korrespondenzen des Jahres 1938 (Offizielles Organ der AVOES)</li>
<li>Der sozialistische Kampf (Offizielles Organ der AVOES)</li>
<li><a href="Franz_Goldner" title="Franz Goldner">Franz Goldner</a>: <i>Die österreichische Emigration. 1938 bis 1945.</i> (= <i>Sammlung Das einsame Gewissen.</i> 6). Herold, Wien u. a. 1972.</li>
<li><a href="Joseph_Buttinger" title="Joseph Buttinger">Joseph Buttinger</a>: <i>Am Beispiel Österreichs. Ein geschichtlicher Beitrag zur Krise der sozialistischen Bewegung</i>. Verlag für Politik u. Wirtschaft, Köln 1953.</li>
<li><a href="Helene_Maimann" title="Helene Maimann">Helene Maimann</a>: <i>Politik im Wartesaal. Österreichische Exilpolitik in Großbritannien 1938–1945.</i> (= <i>Veröffentlichungen der Kommission für Neuere Geschichte Österreichs.</i> 62). Böhlau, Wien u. a. 1975, ISBN 3-205-08566-3. (Zugleich: Univ., Diss., Wien 1975).</li>
<li>Manfred Marschalek (Hrsg.): <i>Untergrund und Exil. Österreichs Sozialisten zwischen 1934 und 1945.</i> (= <i>Sozialistische Bibliothek.</i> Abteilung 1: <i>Die Geschichte der österreichischen Sozialdemokratie.</i> 3). Löcker, Wien 1990, ISBN 3-85409-137-0.</li>
<li>Hans Egger: <i>Die Politik der Auslandsorganisationen der österreichischen Sozialdemokratie in den Jahren 1938 bis 1946. Denkstrukturen, Strategien, Auswirkungen</i>. Wien 2004. (Univ., Diss., Wien 2004).</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">A.L.I. Nr. 1 vom 20. April 1942.</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text">A.L.I. Nr. 20–21 vom November/Dezember 1943.</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text">IISG-AA 57.Entwurf eines Schreibens Adlers an Leichter vom April 1944.</span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text">IISG-AA.56.Brief Leichter an Ellenbogen vom 21. Juni 1944.</span>
</li>
</ol></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
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